header logo tai chi qi gong
bild yoga
balken gruen

Weisheit der Woche

„Nichts in der Welt

ist geschmeidiger und weicher als das Wasser,

doch nichts kann besser als es

dem Festen und Harten zusetzen. –

Denn es lässt sich nicht wandeln.

 

Dass das Wasser das Massive besiegt,

dass das Weiche das Harte besiegt –

keiner auf der Welt, der das nicht wüsste,

und doch keiner, der es anzuwenden vermag.“ [...]

 

Laozi 78

Übertragen von Hans Georg Möller

  

In diesem Vers wird die Überlegenheit des Weichen gegenüber dem Harten hervorgehoben. Das Wasser wird dem Dao gleichgestellt.  Die Bedeutung des Begriffes Dao als Weg bzw. „Methode“  ist in diesem Zusammenhang sehr treffend. So wie das Wasser sich anpasst, Widerstände umfließt, anstatt sich einer Konfrontation gegenüber dem Harten auszusetzen, so auch das Dao. Mit dieser Methode besiegt es stets das Harte. Es trägt das Harte ab, löst es auf durch den ständigen Fluss, das Umspülen. Was in den Strom gerät wird mitgezogen. Es lässt sich nicht wandeln. Es bleibt fließend, lässt sich nicht ergreifen.

 

vgl. Möller, Hans-Georg (Hrsg.): Tao Te King/Laotse. Frankfurt am Main: Fischer 1995, S.140 ff.